Buchbinden-Glossar: Makulatur & Büttenpapier

Makulatur

Makulatur (lat. maculatura „beflecktes Ding“) ist Papier, das bei Leimarbeiten drunter gelegt wird. Jedes Mal, wenn etwas angeleimt wurde, wird die Makulatur weggeschmissen. Am Besten eignen sich Zeitungspapier, altes Verpackungsmaterial oder geknickte und schmuddelige Papierbogen.


Pressbretter

Lege ein Brett unter dein Buchbinde-Projekt. Auf deinem Tisch oder der Unterlage können immer Leim- oder Farbflecken sein, die sich auf dein Buch übertragen. Das ist ärgerlich, da diese meist nicht mehr weg gehen.

Zum Pressen lege dein Buch zwischen Bretter, dann kann der Druck sich gleichmäßig verteilen.


Gaze

Gaze wird in der Buchbinderei als Hilfsstoff verwendet, um den Buchrücken zu stabilisieren. Dafür wird Gaze verwendet, die in Leinwandbindung gewebt wurde und drei Schussfäden eng beieinander liegen hat. Das erhöht die Stabilität der Gaze auf der Schanierfläche des Buchrückens.


1. Buchbinden Glossar





Handgemachtes Papier wird Büttenpapier genannt, da die Wanne, in der sich der Papierbrei befindet, Bütte heißt.

Charakteristisch ist der unregelmäßig auslaufende Rand. Dieser Rand ist Qualitätsmerkmal, denn er kann nicht maschinell nachgestellt werden.

Für den Hobbybuchbinder ist Büttenpapier ein Segen, denn es erspart das mühselige Beschneiden des Buchblock. Der Buchschnitt von Büttenpapier hat den Charm des Handgemachten.


Schachteln

Der Buchbinder hat seinen Namen von den Büchern, die er bindet. Doch er macht auch allerlei andere Arbeiten rund um Papier und Karton. Meine Liebste neben dem Binden von Büchern, ist das Schachteln machen. Dabei planst und baust Schachteln, Schuber und Kartonagen. Mit dieser präzisen Technik kannst du dir das Leben verschönern.


Falzbein

Das Falzbein ist das Markenzeichen des Buchbinders. Es macht den Unterschied, ob du Papier nur faltest oder es falzt.

Mit einem Falzbein kannst du Kanten nachziehen, den Falz einreiben, Ecken und Ritzen einarbeiten, Papier und Karton falzen und Rillen machen. Ich habe bestimmt etwas vergessen...

Ursprünglich ist es aus Knochen, heute gibt es sie auch aus Plastik oder in einer abriebarmen Varianten aus Teflon.


Foliant

Vor deinen Augen siehst du ein altes, staubiges Buch, das vom Helden einer Geschichte aus dem Regal des Zauberers gezogen wird.

Doch mit dem Wort hat es mehr auf sich: Es stammt von alten Buchformaten ab und beschriebt, wie oft ein Papierbogen gefalzt wurde, bevor es geheftet wurde. In einem Folio-Band wurde der Bogen einmal gefalzt; es handelt sich tatsächlich um ein großes Buch (größer als unsere heutigen A4-Bücher). Es gibt weitere Formate, die weniger bekannt sind: z.B. Quart und Oktav.


Heftzwirn

Man könnte meinen, dass man jedes Garn verwenden kann um ein Buch zu binden und in der Theorie ist es auch so. Doch am besten eigenen sich Zwirne, also dickeres Garn. Es gibt sogar speziellen Buchbinder-Zwirn, auch in verschiedenen Farben.

Übrigens: Je höher die Nummer, die Garne und Zwirne benennen, desto dünner ist der Zwirn. Für die Buchbinderei wird 25-30iger verwendet.


Vorsatz

Der Vorsatz ist das Verbindungsglied für Buchblock und Buchdecke. Er wird mit einer Leimspalte vorne und hinten auf den Buchblock geklebt. Beim Verbinden von Buchblock und Decke wird die äußerste Seite des Vorsatzes ganz flächig angeleimt und mit dem Einband verklebt.

Eigentlich wird der hintere Vorsatz Nachsatz genannt, da Vorsatz und Nachsatz heute meist identisch sind, werden beide Vorsatz genannt.

Die Seiten des Vorsatzes werden bei der Seitenzählung nicht mitgezählt; die erste Seite eines Buches ist immer die erste des Buchblocks. Der Teil des Vorsatzes der nicht mit der Decke verklebt ist, nennt sich "fliegendes Blatt". Der Vorsatz dient in der Buchkunst als Gestaltungsfläche. Am einfachsten ist es für den Vorsatz Buntpapiere zu verwenden.


Aktenheftung

Die Aktenheftung, heute wird sie Lang-Stich oder Long-Stich-Heftung genannt, ist eine Heftungs-Art bei der die Lagen einzeln mit dem Einband verbunden wird.

Früher wurde sie in Deutschland verwendet, um Akten penibel in der richtigen Reihenfolge gesammelt aufzubewahren.

Heute ist sie in abgewandelter Form eine der beliebtesten Heftungsarten, die es gibt. 


Elefanten und Indianer

Nichts haben Elefanten mit Indianern zu tun und erst recht keins von beidem etwas mit dem Binden von Büchern?

Oder doch?

Ich habe Indianer und Elefanten als Begriffe kennen gelernt, die Knubbel und Leimflecken unter und auf dem Einbandüberzug oder dem Vorsatz bezeichnen.

Nichts ist mehr von Übel als ein Indianer, der sich nach dem Binden unter dem Buntpapier versteckt, denn im Zweifelsfall ruiniert er dein Buch.

Allerdings lohnt es sich auch sie zu sammeln: Erst im Laufe der Zeit und der Übung verschwinden sie, wie von allein. Also ran ans Falzbein und Indianer suchen.


Pergament

Pergament ist eins der ältesten Materialien in der Buchbinderei und der Geschichte des Buches. Zuerst diente es als das Material, das beschrieben wurde. Dabei wurde es genau so behandelt wie heutiges Papier. Die Bogen wurden zugeschnitten, beschriftet und zu einem Buchblock geheftet.

Darüber hinaus eignet sich Pergament auch als Einbandmaterial und wird heute (wenn überhaupt) dafür eingesetzt.

Die Verarbeitung ist ein bissl speziell und nicht für Anfänger geeignet, da das steife Pergament durch Wasser geschmeidig gemacht wird, dann aber einen starken Zug auf den Einband ausüben kann. Aufgleiche und Gegenzug sorgen dann erst für einen glatten Einband.

Pergament ist Haut von Tieren, bei der allerdings mehr Hautschichten abgetragen wurden, als bei Leder. Die unterschiedlichen Tierarten sorgen für unterschiedliche Färbungen und Strukturen auf dem Pergament. 

1 Kommentar

  • Liebe Franziska,
    eine tolle Idee und Erklärungen!
    Vielmals Danke und ♡liche Grüße von
    Sabine aus WO(rms)

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