Basic: Pressen

Das richtige Einpressen von Büchern unterliegt einigen Grundregeln, die du im folgenden kennen lernen wirst. Das Einpressen von deinem Buchbinde-Projekt ist wichtig, um dem Leim mehr Stärke zu geben und die Verbindung zwischen den Materialien zu verbessern. Aber Achtung: Das Pressen von Materialien ersetzt nicht sorgfältiges Anreiben beim Kaschieren deiner Materialien. Nur in den seltensten Fällen verschwinden Luftblasen durchs schlichte Pressen. Was du allerdings mit dem Pressen vermeiden kannst, ist ein Verziehen der Kaschierungen beim Trocknen.

Pressbretter, Pressegut, Presse

Zunächst benötigst du Pressgut, also das Objekt, dass du einpressen möchtest. Im Prinzip kann jedes Buchbinde-Projekt eingepresst werden, um die Verbindungen der Materialien durch den Klebstoff zu verstärken während er trocknet.

Am einfachsten, aber nicht unbedingt am effektivsten, sind Gewichte zum Einpressen von Pressgut. Dafür eignen sich schwere Bücher, Schienenteile, alte Bleiobjekte und alles was schwer ist. Du solltest dein Gewicht allerdings noch gut heben können; also lege dir eher mehrere kleine Gewichte als ein sehr schweres zu.

Was du ebenfalls immer benötigst sind Bretter, die du zwischen Tisch, Pressgut und Gewicht platzieren kannst. Zwischen diesen Brettern ist dein Buchbinde-Projekt sicher aufgehoben und läuft nicht Gefahr, dass sich Unebenheiten oder Schmutz von Tisch und Gewicht auf das Pressgut übertragen.

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Wenn du mehr Druck ausüben möchtest, benötigst du eine Presse, die dauerhaft und gleichmäßig den Druck verteilt. Eine Anleitung für eine DIY-Presse findest du in der Buchbinder-Bibliothek.

Das Einpressen

Beim Einpressen von deinem Buchbinde-Projekt geht es, um das Gleichgewicht zwischen Beschaffenheit deines Pressguts und der Stärke des Drucks. Zu viel Druck und du kannst dein Buchbinde-Projekt verpressen, zu wenig Druck könnte allerdings nicht das gewünschte Ergebnis erzielen.

Du siehst also: Einfach Pressgut rein und zudrehen bzw. Gewichte stapeln reicht nicht aus.

Deswegen habe ich folgende Tipps:

Generell gilt: Handfest zudrehen

Normalerweise, also wenn du ein Buch oder eine Kaschierung einpresst, reicht es, wenn du die Presse handfest zudrehst. Damit ist gemeint, dass du die Presse kurz bis zum Limit ohne Kraftaufwand andrehst und dann eine halbe Umdrehung zurück. Damit baust du genug Druck auf, dass dein Pressgut fest eingeschlossen ist, lässt gleichzeitig genug Spielraum, dass das Pressgut noch arbeiten kann.

An diesem Beispiel siehst du auch schon, warum Buchbinder die Presse schätzen. Anders als bei Gewichten kann der Druck flexibel angepasst werden.

Hohlräume füllen

Bei Hohlräumen wie sie bei Mappen oder Schachteln vorhanden sein können, musst du vor dem Pressen die Hohlräume ausfüllen. Sonst zerdrückst du dir die Stege und den Rahmen. Bei Schachteln kannst du auch ein leichtes Gewicht von oben auflegen, mit einem Brett dazwischen und so, dass alle Kanten gleich belastet sind.

Bei verschiedenen Ebenen: Polsterung zwischen Brett und Pressgut

Wenn du verschiedene Ebenen auf deinem Pressgut hast, werden die tiefer liegenden Ebenen nicht mit gepresst. Das kann Unregelmäßigkeiten beim Einpressen verursachen. Die Lösung hierfür sind flexible Materialien, die zwischen Pressgut und Brett platziert werden. Dafür kannst du eine Stück von einer Isomatte oder dicken Filz (z.B.: Gautschfilz) verwenden.

Teilweise einpressen

Du kannst dein Pressgut auch nur teilweise einpressen. Standardmäßig macht man das beim Büchern, wo der Rücken ab dem Falz nicht eingepresst wird. Diese Technik kannst du anwenden, um einen Teil des Material niederzudrücken.

Beschläge zum Schluss

Wenn du deine Buchbinde-Projekt mit Beschlägen oder Nieten versehen möchtest, kommen diese ganz zum Schluss. Die Meisten sind aus Metall und damit fester als jedes andere Material an deinem Buchbinde-Projekt. Außer du bindest ein Buch aus Metall.

Anleitung: Leporello

Es fehlt nur noch, dass du dein Leporello einpresst. Dafür kannst ihn zwischen Bretter unter Gewichte legen oder in einer Presse belassen, bis der Leim über Nacht durchgetrocknet ist.

Dafür braucht es kein Video.