Bleilettern zum Prägen

Ein Bucheinband ohne Titel ist eine Black Box – von Außen kannst du nicht ergründen, was sich im Inneren befinden könnte. Du kannst raten, rätseln und das Buch in alle Richtungen drehen. Oder du lernst den Umgang mit einem Setzkasten und Präge-Schriften. 

Kurz gesagt: Präge-Schriften sind einzelne Lettern aus wärmeleitendem Metall. Modern Schriftsätze sind aus Aluminium-Zink-Legierungen, ältere Sätze aus Messing oder häufiger aus Blei. Ein Satz ist dabei das Alphabet plus Satzzeichen in einer Schriftgröße – die Buchstaben sind spiegelverkehrt und mehrmals pro Satz enthalten. Die Anzahl der einzelnen Buchstaben entspricht dabei der Häufigkeit des Vorkommens im Sprachgebrauch. Es gibt zum Beispiel weniger Qs in einem Satz als As. Ebenso sind kleine und große Buchstaben in einem Komplettsatz enthalten. Wenn du einen Versaliensatz hast, hast du nur Großbuchstaben. 

Um mit dieser Prägeschrift die Buchstaben auf deinen Bucheinband zu bekommen, baust du sie in einen Setzkasten, wobei du rückwärts schreibst und mit Spatien Leerstellen füllst. Dein Schriftzug klemmst du fest und erwärmtst den ganzen Setzkasten. 

Durch die Wärme weicht das Material besser dem Druck durch die Buchstaben und du kannst mit farbigen Präge-Folien den Schriftzug einfärben. Welche Temperatur und wie viel Druck du aufwenden musst, ist von Material zu Material abhängig und ist eine Sache der Erfahrung und des Testens vor dem Prägen. 

In einer Handwerksbuchbinderei gibt es Prägnanten, Prägemaschinen, bei denen sich Druck und Temperatur fest einstellen lassen. Bei einer großen Anzahl von Prägungen ist sehr nützlich, und wenn du viel Prägen möchtest eine Investition wert. Allerdings kostet schon die kleinste Ausführung über 1000€ teuer.