Basic: Das wichtigste Werkzeug - Deine Hände

Das wichtigste Werkzeug des Buchbinders hast du schon zu Hause, eigentlich sogar immer bei dir. Wie in jedem Handwerk spielt die Hand zum Erschaffen der Werkstücke eine elementare Rolle.

Wie du deine Hand zu den Händen eines Buchbinders macht, zeig ich dir jetzt:

Wasche deine Hände

Schnell und fast unbemerkt können sich Flecken von deiner Hand auf dein Buchbinde-Material übertragen. Nix ist schlimmer, als wenn dein sorgfältig gebundenes Werkstück von Leim oder Fett verunziert wird.

Bei Leimflecken gibt es meist nur eine sehr leichte Farbveränderung und manchmal verschwindet sie sogar gänzlich, wenn man drüber rubbelt und den Leim zu Entfernen versucht. Doch meistens bleibt eine Klebefläche über, die Staub und Flusen magisch anzieht oder an einem anderen Objekt haften bleibt; wenn man diese voneinander lösen möchte, kann sich Material von dem Objekt auf dein Buchbinde-Projekt übertragen oder andersherum.

Optimal sind kurze, unlackierte Fingernägel

Mir ist klar, dass sich niemand nur für sein heimisches Buchbinden seinen Stil komplett ändern wird. Das ist auch nicht unbedingt nötig. Den Hinweis, dass sehr lange Fingernägel beim Buchbinden manchmal hinderlich sein können, möchte ich dir aber mit auf den Weg geben. Nagellack kann hingegen sich auf Papier übertragen, wenn der Nagel zum Beispiel beim Falzen über das Papier streift. Dann gibt es feine Abreib-Spuren, die sich nicht wegradieren lassen.

Hände eincremen

Durch die Arbeit mit Leim und Papier trocknet die Haut an den Händen aus und kann rissig werden. Vor allem im Winter bei trockener, warmer Heizungsluft kann das passieren. Creme deine Hände nach dem Buchbinden mit einer feuchtigkeitspendenden Creme ein. Niemals davor, denn die Creme kann Flecken auf deinem Material hinterlassen.

Schnitte und Kratzer sofort versorgen

Es kann sein, dass du dich beim Buchbinden verletzt. Vom Schnitt mit Schere oder Cuttermesser bis hin zu den fiesen Papierschnitten ist alles drin. Das kann passieren und ist kein Drama; du solltest aber sofort die Wunde auswaschen und desinfizieren. Dann kommt ein Pflaster drum, zumindest so lange, wie du dich noch deinem Buchbinde-Projekt widmest. Ein Blutfleck ist genau so blöd wie einer aus Leim.

Bei Pressen und Pressbalken gilt es zudem vorsichtig zu sein, dir die Finger nicht zu quetschen. Während du bei eine einfachen Presse meist schnell merkst, dass die Finger dazwischenklemmen, können alle Werkzeuge, wo du Druck mit einer Hebelwirkung verteilst, Quetschungen verursachen. Dadrunter fallen auch schon kleine Hebelschneider oder Pressen, die mit einem Hebel schließen. Noch gefährlicher sind Maschinen, bei denen der Druck auf Knopfdruck ausgelöst wird. Achte also immer darauf, wo du deine Finger hast, wenn du etwas presst.

BuBiBasic Leimfinger

Handakrobatik - Griffe beim Buchbinden

Das lange Strecken

Griff mit Daumen und Mittelfinger. Bei den meisten Menschen ist die Spanne zwischen Daumen und Mittelfinger die längste Strecke. Was sich im ersten Moment komisch anfühlt, erweist sich auf den genauen Blick als doppelt praktisch.

BuBiBasic LangeFinger 1

Nicht nur kannst du mit der weiteren Spanne am Besten dein Material zum Anleimen oder Zuschneiden fixieren, sonder zu hast auch noch den Zeigefinger frei, um auch zwischen den Finger Druck auszuüben.

Der Piloten-Griff

Zwar legst du das was du aufkleben möchtest, meist auf dein angeleimtes Material, doch manchmal kommst du in die Situation, dass du dein angeleimtes Material hochnehmen musst. Dann ist es wichtig dir eine Routine anzugewöhnen, welche deiner Finger üblicherweise mit Leim in Berührung (und damit nicht mehr auf die Außenseite deiner Materialien) kommen und welche nicht. Wenn du den Leim immer an den gleichen Fingern hast, hältst du sie irgendwann automatisch von der schönen Seite deines Buchbinde-Projekts fern, wodurch deutlich wengier Leimtapser auf den Einband oder Buchschnitt kommen.

Als "Leimfinger" sind die Mittelfinger am Besten geeignet. Dann hast du Daumen und Zeigefinger frei, um die schöne Seite zu berühren und zu bearbeiten.

Für den Pilotengriff legst du beide Mittelfinger links und rechts unten auf die angeleimte Seite deines Überzugs und drückst sie leicht an, sodass die Finger an dem Leim kleben. Dann hebst du den Bogen an, hebst ihn von der Makulatur (Unterlage, auf der du anleimst) und schwingst ihn um, sodass die Oberseite zu dir zeigt. Dann legst du die Daumen auf der Oberseite gegen die Mittelfinger, um das Material zu fixieren. Zwischen beiden Händen kannst du das Papier jetzt spannen und wieder einwölben. Die Wölbung verhindert, dass das Papier sich aufrollt.

Wenn du nun die Zeigefinger ausstreckst, kannst du damit zielen.

BubiBasic Pilotengriff

Jetzt sieht dein Griff aus, als hättest du ein Lenkrad in der Hand und weil das Papier "fliegt", nenne ich diesen Griff "Piloten-Griff".


Anleitung: Leporello

Jetzt weiß du über verschiedene Handgriffe Bescheid. Sie lassen sich gut "trocken" üben.

In dem Video lernst du die anderen Werkzeuge kennen, die du zum Buchbinden brauchst.