Überzug- und Einbandmaterial

Buchbindergewebe

Auch Buchbinderleinen oder Büchertuch genannt. Buchbindergewebe ist ein Stoff, der gleich bei der Herstellung auf ein Papier kaschiert wird. Dadurch schlägt der Leim von der Rückseite nicht durch und verzieht sich beim Anleimen nicht.

Gewebe

Buchbindergewebe gibt es in mannigfaltigen Farben und Qualitäten, bzw. Webarten, sodass eigentlich für jedes Buchbinder-Herz was dabei ist. Die Großhändler haben sogar Gewebe im Angebot, die du bedrucken kannst.

Schwierig ist allerdings die Beschaffung, denn das Gewebe wird in laufenden Metern von der Rolle verkauft. Manche Händler bieten aber einzelne Meter oder kleinere Zuschnitte an.

Theoretisch würde ich einem Anfänger Bibliotheksleinen empfehlen, da dieses Gewebe ein apparierte Oberfläche hat und sich eventuelle Leimflecken wegwischen lassen. Allerdings ist es recht schwierig zu bekommen.

Nimm am Besten das was du kriegen kannst. Achte drauf, dass dein Gewebe eine Oberseite hat und eine Unterseite die mit Papier beschichtet ist. Manchmal ist dieses Papier so dünn, dass nur ein weißer Schimmer zu sehen ist, aber die Oberfläche ist immer glatter als das Gewebe.

Bezugsqullen für Buchbindergewebe

beste Quelle: Schmedt und gut sortierte Kunstläden mit Buchbinder-Abteilung

Tipps: Wenn du dir Buchbindergewebe beschaffst stehst du vor dem gleichen Problem, wie bei Kapital und Lesezeichenband. Schmedt hat die größte Farbauswahl und verkauft dir auch einen Meter Gewebe (die Breite der Gewebebahn steht jeweils dabei, liegt aber immer zwischen 100 -130 cm). Ein Meter ist allerdings meistens in der Relation teuerer als 10 m oder 50 m.

Da lohnt es sich auch im Kunstbedarf mit Fachbereich vorbeizuschauen und zu gucken, ob du dort eine passende Farbe findest.

Buntpapier

Buntpapier gibt es in unendlich vielen Varianten und Farben. Eine kleine Übersicht über das Thema findest du schon auf meinem Blog.

Die Qualität eines Buntpapiers für den Einband gleicht sich mit der des Vorsatzes. Buntpapier hat am Besten eine Grammatur von 100 - 130 g/m² und ist stabil. Deswegen kannst du das gleiche Papier wie für den Vorsatz nehmen, wenn du dein eigenes Buntpapier gestalten möchtest.

Buntpapiere

Ebenso sind Marmorpapiere oder bedruckte Papier, die speziell fürs Buchbinden gemacht wurden, hervorragend geeignet.

Darüber hinaus kannst du eigentlich jedes Papier für deinen Einband verwenden. Es wird dann unter Umständen schwieriger, weil du schneller Arbeiten oder eine Technik variieren musst.

Bezugsquellen für Buntpapier

beste Quellen: Schmedt, Buchbinderbedarf und kleine Künstler

Bunte Papier findest du überall. Buntpapier, die speziell fürs Buchbinden gemacht sind, sind seltener. In manchen Städten gibt es Papeterien, die einzelne Bogen Buntpapier verkaufen. Dort kannst du einfach fragen, ob sich welche sich zum Buchbinden eignen.
Schmedt hat eine breite Auswahl der klassischen Buntpapier, die traditionell zum Buchbinden verwendet werden.
Es gibt jedoch auch einzelne Künstler, die Marmorpapier oder Kleisterpapier in atemberaubender Vielfalt gestalten.
Ein paar von ihnen findest du auf der Bezugsquellen-Liste.
Auch im Urlaub lohnt es sich die Augen offen zu halten. Viele klassische Buntpapiere kommen aus Italien oder Frankreich und heute erweitert sich das Repertoire um japanische, nepalesische und türkische bzw. arabische Buntpapier.

Leder und Pergament

Leder und Pergament sind noble Einbandmaterialien, die zusätzliche Handgriffe benötigen, um sie zu verarbeiten. Dabei ist es viel mehr vom der Art des Leders (oder Pergaments) abhängig, wie einfach es sich verarbeiten lässt, als bei Papier oder Gewebe.

Für den Anfang ist Ziegenleder oder Titelleder am Besten zu verarbeiten. Ziegenleder ist das klassische Buchbinderleder und lässt sich genial ausschärfen. Dafür brauchst du ein Schärfmesser.

Beutelbuch 2

Titelleder ist so dünn, dass das Ausschärfen (Verdünnen des Leders an den Einschlägen) nicht unbedingt nötig ist.

Jedes Leder unterschiedet sich in Dicke, Zähigkeit und Narbung. Je nachdem, wie die Oberfläche bearbeitet ist, gibt es auch hier deutliche Unterschiede.

Bezugsquellen für Leder und Pergament

beste Quelle: Schmedt oder andere Buchbinderei-Spezialisten

Tipps: Buchbinder verwenden am liebsten Oasen-Ziegenleder. Die größte Bandbreite gibt's beim Rindsleder; Schafsleder ist am günstigen. Spezielle Leder wie Kalb, Strauß oder vegane Leder können auch verarbeitet werden.

Leder wird in Fellen oder Häuten verkauft, die ganz oder halb angeboten werden. Ausschlaggeben ist dabei die genaue Größe, die in Quadratfuß angegeben wird. Die Preise sind in €/Quadratfuß ausgezeichnet.