Papier-Bezeichnungen und Kaufempfehlungen

In der Buchbinderei gibt es keine festen Zuordnungen, welche Bücher, welche Papier enthalten müssen. Aber es gibt eine grobe Richtlinie für die europäische Buchherstellung: 

Bibeldruckpapier (oder Dünndruckpapier, Bibelpapier) wiegt zwischen 25 - 60 g/m². Du kennst diese Papier aus den namengebenden Bibeln oder Gesangsbüchern, es gibt auch vielseitige Klassiker auf Dünndruckpapier.

Kopierpapier (oder Druckerpapier, Büropapier) wiegt 80 g/m², selten mehr. Es ist dir sicherlich im DIN A4 Format bekannt und hat in Deutschland immer die Laufrichtung Schmalbahn. 

Buchdruckpapier (oder Werkdruckpapier) wiegt zwischen 80 und 120 g/m². Es wird bei Romanen oder Sachbüchern mit vorwiegendem Textinhalt verwendet. 

Kunstdruckpapier (oder gestrichene Papier, Bilderdruckpapier) wiegt zwischen 70 und 170 g/m². Meistens ist wurde dieses Papier weiter verfeinert und hat ein Volumen, höhere Opazität und eine glatte Oberfläche. Diese Papier eignen sich besonders gut zum Drucken farbiger Flächen und wird deswegen für Hochglanzmagazine, aber auch illustrierte Kinderbücher und Bildbände verwendet. 

Papiere aus dem Künstlerbedarf und Fachhandel

Nun ist es nicht unbedingt einfach an oben genannte Papiere in großen Formaten heranzukommen; die großen Papierhersteller liefern nicht an Privatpersonen. Allerdings verwenden Händler von Buchbinderei-Material die oben genannten Begrifflichkeiten. 

Viel einfacher ist es an Künstlerpapiere zu kommen, die du im Künstlerbedarf bekommen kannst: 

Zeichen-Papier und Pastell-Papier ist meistens ein offenes Papier, manchmal mit einer feinen Struktur. Zeichenpapier hat eine Grammatur zwischen 100 und 170 g/m², schwereres Papier ist kein Papier mehr, sondern Karton. Dieses Papier eignet sich für Bleistiftzeichnungen, Kreiden, und meistens auch zum Schreiben mit Tinten und Tuschen oder Markern, die nicht auf Alkohol-Basis sind. Bei den letzten Medien empfehle ich Tests, ob deine bevorzugten Stifte nicht ausbluten oder ein sauberes Schriftbild erzeugen. Die meistens Zeichen- und Pastellpapier eignen sich großartig für die ersten Schritte in die Buchbinderei. Das Papier lässt sich gut falzen, liegt sicher aufeinander und rutscht nicht; es verzieht manchen Fehler und ist kostengünstig und großformatig erhältlich.

Aquarellpapier ist wegen seines ursprünglichen Gebrauchs mit Farbe und viel Wasser meistens ein schweres Papier mit Grammaturen zwischen 200 und 300 g/m². Der Übergang zum Karton ist fließend. Häufig wird das gleiche Papier mit unterschiedlichen Strukturen angeboten, und ist mit einer Oberflächen-Leimung versehen, wodurch die Farben nicht sofort ins Papier einsinken und ausbluten. Eine Besonderheit ist, dass unter den Aquarellpapieren Büttenpapier mit Hardern-Anteilen verfügbar ist. Diese Papiere sind hochwertig und werden auch für Kalligraphie und Buchdruck-Techniken verwendet. Zum Buchbinden sind die dünneren unter diesen Papier hervorragend geeignet, aber kostspielig. Am Besten sammelst du erste Erfahrungen, bevor du in diese Papier investierst. 

Kopierpapier hast du wahrscheinlich bereits zu Hause, vielleicht sogar in einer hochwertigen Variante mit 100 g/m². Im Prinzip spricht nichts dagegen, die ersten Versuche ein Buch zu binden, mit diesem Papier zu wagen. Achte dabei auch die Laufrichtung, die bei diesem Papier meistens klar durch eine Biegeprobe zuerkennen ist. Das Schriftbild mit Füller und Faserstiften ist auf günstigem Kopierpapier meistens nicht so gut, da die Oberflächenleimung schwach ausgeprägt ist und die Tinte leicht zwischen die Papierfasern dringt. 

Papier-Empfehlungen

Doree V120

Erhältlich bei boesner

Ein großartiges Papier für den Buchblock mit einem Flächengewicht von 100g/m2 und einem 1,2-fachen Volumen. Du kannst es im Ries mit 100 Bogen in A3 (Laufrichtung schmalbahn) und im Format 50 x 70 cm (ebenfalls schmalbahn) erwerben.

Du kannst mit allen herkömmlichen Schreib-Medien ein schönes Schriftbild erzielen. Buchbinderisch ist es sehr dankbar zu verarbeiten, lässt sich gut falzen und leimen.
Es ist sogar gerade noch dünn und leicht genug, um als Grundlage für selbst gemachtes Buntpapier zu dienen. 
Für Kalligrafie und Alkoholmarker ist es nicht geeignet, da es die Farben stark ausbluten.