Papier, Karton und Pappen

Papier für den Inhalt

Das Papier für den Inhalt ist wahrscheinlich Mengenmäßig der größte Posten. Über die Farbe von Inhaltspapier hast du schon was gehört, doch welches Papier nimmst du nun.

Inhaltspapier

Die Antwort ist einfach und schwierig zugleich und läuft auf ein: “Das Papier, das dir gefällt, aber…” hinaus.

Die Aber-Punkte sind folgende:

  • Eignet sich das Papier für deinen Zweck? Wenn du zum Beispiel ein Tagebuch binden möchtest, teste ob das Papier mit deinem liebsten Stift harmoniert. Nimm dir ein Stück von dem Papier und schreib ein bisschen was. Blutet die Tinte aus? Wie ist der Farbauftrag? Kannst du auf der Rückseite sehen, was auf der Vorderseite steht?
  • Wie dick soll dein Buch werden? Ist ja logisch; wenn du ein dickes Papier wie einen Aquarellkarton nimmst, wird dein Buch bei gleicher Seitenzahl dicker als bei Bibeldruckpapier. (Das ist das ganz dünne, knisternde Papier, auf dem Bibeln oder Lexika häufig gedruckt werden.) Wenn du dein Buch überall mit hinnehmen magst, könnte ein zu dickes Buch lästig und schwer sein.
  • Bekommst du das Papier in der richtigen Größe? Egal, wie groß dein Buch nach deinem Plan werden soll; du brauchst für eine Fadenheftung das Papier mindestens doppelt so groß. Das liegt an den Lagen, die für die Heftung gefalzt werden. Wenn es dir ganz klar werden soll, schau dir das Video "Lagen falzen” im Kapitel Heftung auf Bünde an. Daran führt auch bei dieser Art von Bindung kein Weg dran vorbei. Für die ersten Bindungen kann ich dir Papier empfehlen, dass im Kunsthandel als Universal- oder Mixed Media-Papier geführt wird, mit der Grammatur von 80- 120 g/m².
Die Kunstläden, die ich kenne bieten zumindest “Fühl-Test-Papiere” an, aber fragen, ob man einen Bogen testen oder zumindest zum Zuhause ausprobieren kaufen darf, schadet nicht.
Im Buchbinderei-Bedarf hingegen gibt es häufig Papier, das als Bücherschreib-Papier bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um solides Schreibpapier, das sich von seinen Eigenschaften gut binden lässt.
Generell gilt auch: Raues Papier lässt sich einfacher verarbeiten, als glattes Hochglanzpapier.

Bezugsquellen für Inhaltspapier

beste Quelle: Kunstbedarfsladen oder Schmedt

Lose Papierbogen werden in einem Ries (einer Papierverpackung) verkauft. Ein Ries umfasst üblicherweise 100 Bogen (Bg), manchmal auch 250 Bogen Papier. Je nach Laden ist es unterschiedlich, ob nur das ganze Ries verkauft wird oder einzelne Bogen. Günster (pro Bogen) ist es immer ein ganzes Ries zu kaufen.

Das gängigste Format ist 70 x 100 cm oder 50 x 70 cm.

Auf dem Ries ist immer ausgezeichnet, welche Größe und welche Grammatur das Papier hat. Manchmal ist sogar die Laufrichtung vermerkt. 

Vorsatzpapier

Für das Papier des Vorsatzes braucht es ein stabiles Papier mit einer Grammatur von 100- 130 g/m². Es gibt spezielle Papiere dafür wie Maschinenbütten-Papier oder wiederum das Bücherschreib-Papier. Doch ebenso eignen sich Buntpapier (die für die Buchbinderei gemacht sind). Mehr zu den Buntpapieren erfährst du beim Einbandpapier. Am einfachsten kommst du bestimmt an Tonpapier mit der oben genannten Grammatur, das auch ein schönes Vorsatzpapier ist.

Vorsatzpapiere

Auch hervorragend ist Efalin-Papier, das es mit unterschiedlichen Strukturen wie Bütten, Gewebe und vieles mehr). Efalin ist aber ein bisschen schwieriger zu verarbeiten. Es geht, wenn es angeleimt wurde, was das Verbinden von Buchblock und Deckel eiliger macht. Für spätere Buchbinde-Projekte ist es ein wunderbares Papier für deinen Vorsatz.

Bezugsquellen für Vorsätze

beste Quellen: Schmedt, Buchbinderbedarf oder Künstler

Tipps: Beim Vorsatzpapier kommt es stark drauf an, welches Papier du dafür nehmen möchtest. Wenn du dein Inhaltspapier auch für den Vorsatz verwenden möchtest, hast du ihn bereits damit gekauft.

Wenn es ein bunter Vorsatz aus Ton- oder Buntpapier sein soll, bekommst du den im Kunsthandel.

Mehr zum Kauf von Buntpapier kannst du bei den Einbandmaterialien lesen.

Pappe

Pappe ist eines der Grundmaterialien für den Einband deines Buch. Dabei bilden die Pappen die festen Deckel vorne und hinten für das Buch.

Pappe

Bei Pappen gibt es Qualitätsunterschiede, die sich in der Oberfläche und der Festigkeit (1A Buchbinder-Pappen haben ein schweres Flächengewicht als Graupappen) abbilden. Von diesen Unterschieden ist allerdings beim fertigen Buch wenig zu merken, weswegen du vor allem zu Beginn zu Graupappe greifen kannst.

Pappe gibt es in verschiedenen Stärken von 1,5 mm - 3 mm. Für ein normales Buch ist die 2 mm Pappe am Besten. Normal heißt bis zum A4 + -Format und mit 5 cm.

Wenn das Buch dicker oder größer wird, desto dicker sollte die Pappe sein.

Bei kleineren Büchern kannst du auch dünnere Pappe nehmen

Die Werte oben sind Empfehlungen. Allgemein gilt, dass eine dicke Pappe klobig wirkt. Je größer das Buch ist, desto weniger tritt dieser Effekt optisch auf.

Bei einem dünnen Buch kann ein Karton als Deckel elegant sein.

Bezugsquellen für Pappen

beste Quelle: Schmedt oder Kunstbedarf mit Buchbinderbedarf

Tipps: Buchbinder-Pappe bekommst du in der normalen Qualität im Kunstbedarf mit Fachbereich.

Du kannst auch hernehmen was du bereits hast, die Rückkarton von Zeichenblöcken oder ähnlichem. Profipappen kannst du bei Schmedt kaufen und sie kiloweise oder bogenweise bestellen.

Die Formate, die du kaufen kannst entsprechen in etwa dem Papierformat mit 50 x 70 cm oder 80 x 100 cm

Ableimpappen & Vorstechschablonen

Es lohnt sich immer Pappreste, am besten schmale Stücke, die beim Zuschneiden übrig bleiben, aufzubewahren.

Diese Reste sind perfekt für feste Vorstechschablonen oder zum Ableimen des Buchblocks geeignet. 

Karton

Den Karton verwendest du für deine Rückeneinlage. Karton ist ein Zwischending zwischen Pappe und Papier und wird meistens auch mit dem Flächengewicht definiert. Ab 250 - 300 g/m² hast du einen Karton in der Hand und kein Papier mehr.

Rueckeneinlage

Der Karton für die Rückeneinlage dient der Stabilisierung des Rückens, denn das Überzugsmaterial hält nicht selber die Form. Pappe ist jedoch meistens zu dick; wenn ein gerade Rücken aus der gleichen Pappe wie die Deckel ist, nennt man ihn Kastenrücken. Runde Rücken brauchen immer einen Karton.

Dieser Karton ist am Ende nicht mehr zu sehen, deswegen kannst du quasi jeden Karton nehmen, den du findest. Zum Beispiel Bastel- oder Tonkarton oder den Rückkarton von Zeichenblöcken.

Im Handwerk wird ein grauer, einfacher Karton verwendet, der Schrenz genannt wird.

Bezugsquellen für Karton

beste Quellen: Künstbedarf oder Schmedt

Tipps: Gleiches wie bei den Profipappen gilt für Schrenz (Graukarton)

Die Alternativen wie Tonkarton bekommst du im Kunstbedarf oder einer Papeterie.