Stechzirkel

Der Stechzirkel ist tatsächlich ein Zirkel, aber anders als der, den du in der Schule verwendet hast, zeichnest du mit ihm keine Kreise oder Kurven. Ein Stechzirkel hat zwei Spitzen, aber keinen Bleistift. Er wird anhand eines vorgegebenen Maßes eingestellt und auf der entsprechenden Länge fixiert. Damit kannst du dein Maß immer wieder hervorholen, ohne mühsam ein Lineal anlegen zu müssen. Besonders vorteilhaft ist ein Zirkel, wenn du auf einem angeleimten Untergrund arbeitest. Deswegen gibt es für den Stechzirkel des Buchbinders zwei Standard-Einstellungen: Die Breite des Falzes und die Breite des Einschlags. 

Apropos Falz: Für den richtigen Abstand der Deckelpappen von der Rückeneinlage gibt es spezielle Anlagewinkel; die Handwerksbuchbinderin verwendet die Deckenmach-Winkel, wenn sie die Pappen direkt auf den angeleimten Nutzen legt. Bei zusammengehängten Decken, wie sie auf Selberbuchbinden vornehmlich gelehrt werden, eignen sich diese Winkel eher nicht. 

Der Stechwinkel ist zusätzlich flexibler im Maß, auch wenn der Falz mal vom Standard abweicht.