Es ist unmöglich, dass es dir nicht aufgefallen ist, aber Affinity ist nicht Word. Du kannst nicht einfach auf der Arbeitsfläche schreiben und den Text gestalten. Und trotzdem kannst du mit dem Programm Hausarbeiten, Zeitschriften und Romane setzen – was grundsätzlich auch zu empfehlen ist, weil ein Programm wie Affinity auch als Layoutprogramm fungiert. Word dagegen ist ausschließlich ein Textverarbeitungsprogramm.
Das richtige Werkzeug dafür ist der Rahmentext, der zwar zu Beginn unscheinbar wirken mag, aber ein wirkmächtiges Werkzeug zur Textgestaltung ist. Du machst hier nur den Anfang für dessen Beherrschung.
Dafür lernst du, wie du
Noch eine Anmerkung, bevor es los geht:
🧩 Grafiktext vs. Rahmentext
Wie dir vielleicht aufgefallen wird, unterscheiden sich die Herangehensweisen, wie du Grafiktext und Rahmentext verwendest, nicht besonders.
Doch warum gibt es zwei unterschiedliche Wege, einen Text zu gestalten?
Der grundlegendste Unterschied ist das Verhalten des Rahmens der Text-Tools. Während sich beim Grafiktext die Schrift der Größe und Form des Rahmens anpasst und umgekehrt, bildet der Rahmentext ein stabileres Umfeld. Das Element behält seine Größe unabhängig von der Textmenge und -größe. Ebenso verändern sich die Einstellungen der Schrift nicht, auch wenn du die Größe des Rahmens veränderst. Stattdessen wird der Text, der bei den gegebenen Einstellungen nicht mehr ins Rahmentext-Feld passt, ausgeblendet.
Es gibt noch weitere Unterschiede, die du im Laufe der nächsten Lektionen kennenlernen wirst.

Epiktet: Handbüchlein der Moral. Übersetzt von C. Hilty.
Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist. Was in unserer Macht ist, ist seiner Natur gemäß frei, kann nicht verboten oder verhindert werden; was aber nicht in unserer Macht steht, ist knechtisch, kann verwehrt werden, gehört einem anderen zu.
Deshalb bedenke, daß du Hinderung erfahren, in Trauer und Unruhe geraten, ja sogar Götter und Menschen anklagen wirst, wenn du das von Natur Dienstbare für frei und das Fremde für dein eigen ansiehst. Hältst du dagegen für dein Eigentum nur, was wirklich dein eigen ist, und betrachtest das Fremde als fremd, so wird dich niemand jemals zwingen oder hindern; du wirst niemanden anklagen oder beschimpfen, und nicht das geringste mit Widerwillen tun; niemand kann dir schaden; du wirst keinen Feind haben, und nichts, was dir nachteilig sein könnte, wird dir begegnen.
Willst du nun aber nach so großartigen Dingen trachten, so bedenke, daß du sie nicht bloß mit mittelmäßigem Ernste angreifen, sondern manches gänzlich aufgeben, anderes einstweilen hintansetzen mußt. Wenn du jene Dinge erstrebst, gleichzeitig aber in hohen Ämtern stehen oder reich sein willst, so wirst du wahrscheinlich diese letzteren Güter nur um so weniger erreichen, weil du eben zugleich nach den ersteren begehrst. Ganz sicher aber wirst du dasjenige ganz verfehlen, woraus allein Glück und Freiheit entsteht.
Austin, Jane: Stolz und Vorurtheil. Übersetzt von Louise Marezoll. 1830.
Nichts ist leichter vorauszusetzen, als daß ein junger, reicher, unverheiratheter Mann vor allen andern Dingen eine Frau bedarf.
So wenig nun auch die Bewohner der Grafschaft Hertfordshire von den Neigungen und Aussichten eines solchen, eben unter ihnen auftretenden fremden Mannes wußten und wissen konnten, hatte sich obige Voraussetzung dennoch der Gemüther der ganzen Nachbarschaft dergestalt bemeistert, daß man ihn schon als das rechtmäßige Eigenthum dieser oder jener ihrer Töchter betrachtete.
Schwab, Gustav: Sagen des klassischen Altertums. Erster Teil. 1838.
Himmel und Erde waren geschaffen: das Meer wogte in seinen Ufern, und die Fische spielten darin; in den Lüften sangen beflügelt die Vögel; der Erdboden wimmelte von Tieren. Aber noch fehlte es an dem Geschöpfe, dessen Leib so beschaffen war, daß der Geist in ihm Wohnung machen und von ihm aus die Erdenwelt beherrschen konnte. Da betrat Prometheus die Erde, ein Sprößling des alten Göttergeschlechtes, das Zeus entthront hatte, ein Sohn des erdgebornen Uranossohnes Iapetos, kluger Erfindung voll. Dieser wußte wohl, daß im Erdboden der Same des Himmels schlummre; darum nahm er vom Tone, befeuchtete denselben mit dem Wasser des Flusses, knetete ihn und formte daraus ein Gebilde nach dem Ebenbilde der Götter, der Herren der Welt. Diesen seinen Erdenkloß zu beleben, entlehnte er allenthalben von den Tierseelen gute und böse Eigenschaften und schloß sie in die Brust des Menschen ein.
1. Wähle das Rahmentext-Tool aus.
2. Ziehe einen Textrahmen auf die rote Arbeitsfläche auf.
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Achte darauf wie die Maus deines Rahmentextes aussieht. Sollte sich um das T ein Fünfeck befinden, erstellst du einen Formtext innerhalb deines Rechteckes.
Rahmentext hingegen ist eine eigene Fläche unabhängig der Farbfläche und wird gekennzeichnet durch ein Quadrat mit doppelter Umrandung um das T herum.
3. Wähle einen Fülltexte aus der Textauswahl in deinen Textrahmen ein.

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Es gibt auch die Möglichkeit Fülltext durch Affinity selber einfügen zu lassen. Dabei handelt es sich i.d.R. um sogenannte »lore ipsum«-Texte. Diese lassen sich allerdings nicht immer anpassen. Für den Zweck dieser Aufgabe werden wir die Einstellungen von Affinity entsprechend nicht verändern.
»Lore ipsum«-Text ist ein Gibberish, das an Latein angelegt ist und in Wort- und Satzlängen, den romanischen Sprachen entspricht.
1. Markiere den Text deines Rahmentextes mit Strg+A / Cmd+A.
2. Wähle über das Kontextmenü des Rahmentextes eine beliebige Schriftfamilie aus.
3. Ändere die Ausrichtung deines Textes
4. Passe den Zeilenabstand entsprechend der Schriftgröße an:
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Ein Zeilenabstand von 130 % ist für die meisten Schriftfamilien gut geeignet, um zu gewährleisten, dass die Ober- und Unterlänge der Buchstaben sich nicht berühren. Mehr ist meist besser als weniger.
1. Drehe den Rahmentext um 90 Grad.
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Wenn du den Textrahmen groß genug aufgezogen hast, hast du nun mehrere Zeilen Text, denn anders als der Grafiktext passt sich der Rahmentext nicht auf die Rahmengröße an. Stattdessen bleibt die Textgröße stabil, selbst wenn du den Rahmen veränderst – probiere es gerne aus. Wie du bemerken wirst, ändern sich mit der Rahmengröße auch Verteilung des Textes: Zeilenumbrüche werden verschoben.
Das war nur eine kurze Einführung in die Nutzung des Rahmentextes. Sei dir gewiss, dass es noch viel mehr zu lernen gibt. Doch erstmal lernst du für das letzte Feld, wie du Bilder als Gestaltungselemente in dein Dokument einfügen kannst.