Fadenheftung vs. Klebebindung

Fadenheftung

Definition: Eine Fadenheftung entsteht durch das Verbinden von gefalztem Papier durch einen Faden. Es gibt Heftungen mit und ohne Bünden und als Durchaus- oder Wechselheftung. 

Die Verbindung von gefalzten Lagen war über zwei Jahrtausende die einzige Möglichkeit ein Buch zu binden. Andere Bindungen waren auf Grund von unbeständigen Klebern nicht möglich. Das bedeutet jedoch auch, dass sich im Laufe der Zeit nahezu unendlich viele Techniken entwickelt haben, um ein Buch zu heften. Unendlich viele Techniken, die dem Buchbinder alle seine kreativen Träume verwirklichen können.

Zudem entspannt das Heften von Büchern und lässt den Buchbinder zur Ruhe kommen.

Es gibt aber auch Nachteile bei der Fadenheftung. Für die serielle Bindung von Büchern ist die Fadenheftung zu aufwändig; auch wenn es in der Industrie Maschinen gibt, die eine Fadenheftung machen können, ist das meistens nicht lukrativ.

Ein Punkt, der dem Hobby-Buchbinder Probleme machen kann, ist, dass das Papier, das er für den Buchblock braucht, doppelt so groß sein muss, wie im Endformat. Und am Besten die richtige Laufrichtung hat.

Vorteile der Fadenbindung:

  • Unbestritten ist die Fadenheftung die bessere Bindung. Durch die Faden, die für die Heftungen verwendet werden, hält die Fadenheftung für Jahrhunderte. Üblicherweise wird ein Leinenfaden verwendet, der keine Inhaltsstoffe hat, die das Papier am belasteten Rücken angreifen. Die für die Klebebindung verwendeten Leime verändern im Laufe der Zeit ihre Beschaffenheit und werden brüchig. Ohne ihre Flexibilität verliert das Buch sein schönes Aufschlagverhalten und einzelne Seiten können sich aus der Bindung lösen.
  • Heftung auf Bünden, Kreuzstich, Heftung auf Bänder, offene Koptische und Japanische Heftungen; die Fadenheftung ist variantenreich und lädt dich zum Experimentieren ein. Ob du eine Bindung offen sichtbar lässt oder den Überzug direkt an die Bünde legst, ist ganz dir überlassen. Diese Vielfalt kann deine Phantasie beflügeln.
  • Schreib- und Notizbücher sind an der Heftung einer höheren Belastung ausgesetzt; eine Fadenheftung garantiert ihre Haltbarkeit


Klebebindung

Definition: Eine Bindung von losen Blättern mittels Leim.

Eine Klebebindung ist schnell gemacht; lose Blätter zusammentragen und glatt aufstoßen, in die Presse spannen, anleimen, Gaze über den Rücken spannen. (Eine ausführlichere, bebilderte Anleitung folgt nächste Woche). Innerhalb von 15 Minuten hast du deinen Block fertig gebunden. Perfekt für die Bindung von alten Notizen und Mitschriften, Ausdrucke und sogar Zeitschriften.

Dennoch gibt es Nachteile: Eine Klebebindung ist weniger stabil als eine Fadenheftung; und daher nicht für viel strapazierte Bücher, wie Notizbücher, Kalender und Gebetbücher geeignet. Außerdem liegt das Buch nicht so flach auf dem Tisch, wie eine Heftung.

Für die Klebebindung brauchst du spezielle Leime mit elastischen Eigenschaften und eine Presse, die sich einhändig bedienen lässt und tief genug ist, um den Block fast vollständig aufzunehmen.

Vorteile der Klebebindung:

  • Die Klebebindung geht schnell, in 5 Minunten hast du deine Bindung fertig und sie muss nur noch trocknen. Eine Fadenheftung benötigt 5-mal so lange. Diese Zeitersparnis hat dafür gesorgt, dass die Klebebindung die Fadenheftung in der industriellen Buchbinderei fast völlig verdrängt hat.



Fadenheftung vs. Klebebindung


Fazit

In diesem Vergleich gewinnt die Fadenheftung für den handwerklich arbeitenden Buchbinder. Die beruhigende Arbeit und die andauernde Qualität überzeugen ebenso wie der kreative Spielraum beim Heften. Die Klebebindung hat sich in der Buchindustrie durchgesetzt. Zurecht; die Einsparung an Zeit und Material ist enorm. Dennoch fehlt dem Kleben von Büchern, die besondere Romantik des echten Handwerks. Für den Hobbybuchbinder ist sie interessant, wenn er lose, einzelne Blätter binden möchte, die er nicht heften kann. 


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