Buchbinde Material: Was du brauchst, um ein Buch zu binden - Teil 2

Letztes Mal hab ich dir Buchbinde Material vorgestellt, die zumeist offensichtlich sind. Einbandpapiere und Leder, Inhalt und Vorsatz sind Teile eines Buches, die seine optische Pracht ausmachen. 

Aber eigentlich wird das Buch im Verborgenen von ganz anderen Dingen zusammengehalten. 

Zwirn

Buchbinde Material

Zum Buchbinden verwendest du am Besten nicht einen einfaches Nähgarn. Es gibt spezielle Fäden aus Leinen. Von der Dicke her 25iger oder 30iger Faden, wobei je höher die bezeichnende Zahl, desto dünner der Faden. Früher gab es eine Standart-Spule, die Dicke des Fadens wurde nach der Anzahl der Umwicklungen definiert; deswegen, je dünner der Faden, desto mehr Umwicklungen gingen auf die Spule. 

Die Dicke des Fadens wählst du für jedes Buchbinde-Projekt neu aus. Je dicker der Faden, desto stabiler ist er natürlich. Jedoch liegt der Faden im Falz in jeder Lage auf. Je mehr Lagen, desto mehr trägt auch der Faden auf. Dadurch kann eine ungewollt hohe Steigung entstehen, die das Buch instabil macht und unter Umständen schwieriger zu verarbeiten. 

Die Steigung hängt aber von einigen weiteren Faktoren ab, wie der Dicke und dem Volumen des Papiers und der Anzahl der Lagen. Für den Anfang, also Bücher mit wenig Steigung, gilt: Je mehr Lagen du hast, desto dünner sollte der Faden sein. 

Wenn du ein Buch mit Steigung erzeugen möchtest, für einige Bindetechniken ist eine Steigung unabdingbar, nimmst du natürlich einen dickeren Faden.


Heftband/ Heftschnur

Das Heftband oder die Heftschnur dient zu Stabilisierung der Heftung auf Bünde. Ab der Buchblockdicke von 1 cm, ist es nötig ein Heftband einzubinden. Bei manchen Hefttechniken, zum Beispiel Heftung auf Schnur mit oder ohne versenkten Bünden, sind die Bünde unabdingbar, da sie die Lagen miteinander verbinden. 

Für das Heftband wird traditionell Fischgrätenband verwendet, dass mit einer speziellen Technik gewebt wird, wodurch ein Fischgrätenmuster entsteht und das Band geniale Festigkeit bekommt. Es dehnt sich gar nicht, was für das Heftband wohl die wichtigste Eigenschaft ist. Die einzige Schwierigkeit ist die Beschaffung des Fischgrätenbands; es ist nicht einfach Heftbänder zu kaufen. Wenn du also einen geeigneten Ersatz suchst, achte drauf, dass es sich nicht in der Länge dehnt, wenn du dran ziehst. 


Die Heftschnur ist üblicherweise aus Hanf und viel einfach zu bekommen. Hanffasern werden bis heute zum Abdichten von Rohrverbindungen verwendet und sind daher in jedem Baumarkt zu bekommen. Achte dabei aber drauf, dass das Hanf unbehandelt ist. Eine Beschichtung könnt verhindern, dass sich die Heftschnur anleimen lässt, was die Stabilität schwächt. 

Nimm eine Strähne für jeden Heftbund, die mindestens eine 2-3 mm dicke Schnur ergibt, wenn du sie aufdrehst. Wenn du dickere Bünde haben möchtest, weil sie erhaben sein sollen, kannst du die Heftschnur auch dicker machen. Es versteht sich wohl, dass die Heftschnüre alle möglichst gleich dick sein sollten. 

Die Heftschnüre fixierst du indem du sie nach dem Aufzwirbeln verknotest und in eine Heftlade einspannst. Ohne Heftlade auf Heftschnüre zu heften ist eher schwierig. 

Sowohl Heftband, als auch Heftschnur kannst du verwenden, um die Deckel zu befestigen oder sie auf den Vorsatz kleben.  


Kapitalband

Das Kapitalband ist eine verzierendes Bändchen an Kopf und Fuß des Buchblocks. Es dient nicht unbedingt zur Stabilisierung der Bindung, eher im Gegenteil: bei Büchern, die ich repariert habe, fällt mir das Kapital meist schon entgegen, wenn ich nur ein bisschen zupfe. 

Das Kapitalband dient als Schmuck für das Buch und wird heut zu Tage aus Kostengründen meist industriell gewebt und nur angeklebt. 

Du kannst ein Kapital aber auch mit Garn oder Zwirn direkt an den Buchblock stechen. Die Arbeit kommst Sticken ähnlich und ist zeitaufwändig. Dafür kannst du dir die Farben und Muster selbst aussuchen. Es gibt bestimmt über 20 verschiedene Möglichkeiten ein Kapital zu stechen. 

Ein bisschen einfacher ist ein Lederkapital; das du aus dem Material des Einbands fertigen kannst. 


Lesezeichenlitze

Lesezeichenbänder werden am Rücken des Buchblocks unter dem Kapital angeklebt. Es dient, wie der Name schon sagt zur Markierung der Seiten beim Lesen oder Notieren des Buches. 

Die Lesezeichenlitze ist ein schmales Band; hierbei lasse sich wunderbar auch gewebte Geschenkbänder verwenden. Damit sind Farben und Formen quasi unbegrenzt. 


Klebstoff

Das Thema Klebstoffe ist so umfangreich in seiner Vielfalt und den technischen Einzelheiten, dass ich ihm einen eigenen Artikel widmen werde. 

So viel sei aber gesagt: Grundsätzlich sind Dispersionsleime und Kleister für den Hausgebrauch brauchbar. 
Kleister lässt sich aus Mehl herstellen oder du braust ihn aus einer fertigen Mischung Tapetenkleister zusammen. 
Dispersionsleim ist weißer Klebstoff, der meist durchsichtig austrocknet. Holzleim ist ein Dispersionsleim. Für die Buchbinderei gibt es spezielle Leime (meist von der Firma Planatol). Wenn du dir überlegst einen Topf davon zu erstehen, nehme Planatol BB. Der Leim ist zähflüssig, lässt sich aber mit Kleister verdünnen. 
Sowohl Kleister als auch Dispersionsleime können kippen und verlieren dann ihre Klebkraft.


Die kleinste Gebindeeinheit bei Planatol ist jedoch ein 1,05kg Topf. Es ist eine Menge Leim, du für unzählige Buchbinde-Projekte reichen. 

Wenn du die Buchbinderboxen abonnierst, bekommst du alles Buchbinde Material, das du für ein Buchbinde-Projekt brauchst, auch den richtigen Leim, alle zwei Monate zugeschickt und kannst sofort mit dem Buchbinden beginnen. Schau dir die aktuelle Buchbinder-Box an!

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3 Kommentare

  • Danke
  • Guten Morgen aus Österr., Da ich mich etwas mit dem Buchbinden, als auch dem Erstellen von Schachteln beschäftige, würde ich gerne wissen, welcher Leim die beste Auswahl ist. Für das Buchbinderleinen verwende ich an den Gelenken Planatol BB Superior, zum Kaschieren des Papier Planatol Elasta N und zum Verkleben der Graupappe normalen Holzleim. Nachdem diese Leime original für mich doch etwas zu dick sind, verdünne ich diese etwas mit normalen Tapetenkleister. Oder würde dafür normales Wasser auch genügen. Gibt es ev Erfahrungswerte hiefür ßß Lg
  • Moin Franz,
    Zum Schachteln schachteln verwendest du am Besten Planatol BB (Superior). Ich verwende mittlerweile für alle Buchbinde-Projekte nur noch den "normalen" BB und Kleister, bzw. deren Mischungen. Langfristig möchte ich auf Planatol (und Dispersionsleime allgemein) verzichten und nur noch Kleister und Knochen- oder Hautleim zu verwenden. In dem Fall werde ich die Schachteln mit dem Knochenleim verleimen.
    Verdünnen von Dispersionleimen würde ich immer mit Kleister machen und nicht mit Wasser.

    Schönes Wochenende, Franja

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